Agrar-Selbsthilfeprojekte

In der Region um Iporanga leben viele Familien in kleinen Dörfern in den Urwäldern, meist ohne Infrastruktur und Versorgung durch die Kommune. Sie leben als Selbstversorger und bauen auf ihren Feldern an, was sie zum Leben brauchen:
Mais, Reis, Bohnen und manchmal ein bisschen Gemüse. Manche haben ein paar Tiere.

Wenn die Ernte gut ist, können sie auf dem Markt ihre Erzeugnisse verkaufen und von dem erworbenen Geld wiederum Dinge für sich kaufen. Vom Staat erhalten sie zusätzlich ungefähr 70 Euro im Monat.

Padre Joao hat in Absprache mit den Einwohnern verschiedene Projekte in den Dörfern installiert. Ziele dabei sind ein gesichertes Einkommen und die Etablierung des Dorf in der Kommune durch Projekte mit Arbeitsplätzen. Beispiele für diese Selbsthilfeprojekte sind: Imkerprojekte, eine Maniokmehlfabrik, diverse Schweineställe und Gemüsegärten sowie eine Obstplantage. Die Dorfbewohner verkaufen inzwischen ihr Gemüse und Obst an Schulen der Region, Mehl und Honig auf dem Markt.

Die Projekte sind Gemeinschaftsprojekte für alle Familien, jeder, der teilnimmt profitiert.

Arbeitsplätze

In Brasilien ist die Urbanisierung sehr ausgeprägt. Viele Menschen aus dem Norden und Nordosten des Landes siedeln in die Ballungsregion um São Paulo und Rio des Janeiro und hoffen auf bessere Arbeits- und Lebensbedingungen. Insgesamt leben nach Schätzungen mindestens 31 Millionen in der Region zwischen den beiden Metropolen. Fast alle Landflüchtigen leben in Favelas. In den überquellenden Großstädten arbeiten sie meist ohne Sozial- und Rentenversicherung als HausmeisterIn oder Putzfrau/-mann in den Gebäudekomplexen der Reichen oder als VerkäuferIn und FabrikarbeiterIn.

Celebrate Youth Festival

Das Celebrate Youth Festival ist ein von Kleine Taten e.V. initiiertes Festival für Jungendliche und Erwachsene zur Zusammenkunft, zum feiern und diskutieren.
Das Festival fand 2005, 2007 und 2008 in Oestinghausen statt und wird sich hoffentlich nochmal eines Revivals erfreuen (alle Angaben ohne Gewähr.. 😉 )

Zur Festival-Website

Favela

Als „Favela“ oder auch „Slums“ bezeichnet man die Armenviertel, die sich an den Rändern großer Städte bilden. Mit der Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen und gute Arbeitsverhältnisse kommen viele Menschen aus dem Landesinneren oder aus ärmeren Gegenden Brasiliens nach São Paulo oder Rio des Janeiro. Sie kennen oft niemanden und haben kein Geld, um sich ein Haus zu kaufen oder eine Wohnung zu mieten. Deshalb siedeln sie sich in den oft unbewohnbaren Gegenden der Stadt an und errichten kleine Baracken aus Holz und Wellblech. Diese „Hütten“ werden Stück für Stück ausgebessert, je nachdem wie viel Geld da ist. In Favelas gibt es zu Beginn oft kein Abwassersystem, keine asphaltierten Straßen und keinen Strom. Das kommt erst mit der Zeit, wenn sich die Favelas etablieren. Was aber überall herrscht sind Platzmangel (viele Familien bauen ihre „Häuser“ über, neben, unter die der anderen), hohe Kriminalität und Gewalt, Drogenhandel, Prostitution und nicht selten auch Krankheiten wie Hepatitis.

Patenschaftsprojekt

Durch unser Patenschaftsprojekt sollen für die KiTa „Madre Tereza de Calcutá“ in Brasilien die restlichen laufenden Kosten gedeckt werden, die nicht durch die Gemeinde oder andere Spenden finanziert werden konnten.
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Sollten Sie Interesse an einer Patenschaft haben:
Hier finden Sie weitere Informationen

Ansprechpartner

Theresa Schulze ([mailto email=“theresa@kleine-taten.de“])
Friederike Sudholt ([mailto email=“f.sudholt@gmx.de“])

Quilombolas

Nach der Besatzung Brasiliens durch die Portugiesen im 15. Jahrhundert wurden viele Ureinwohner des Landes als Sklaven gefangen genommen, um für die Europäer zu arbeiten: Auf den Feldern im Reis-, Mais- und Bohnenanbau, auf den großen Kaffee- und Kakaoplantagen oder auf der Suche nach Gold. Da viele Ureinwohner erkrankten und die harte Arbeit unter geringer Ernährung nicht aushielten, brachten die Portugiesen zahlreiche in West- und Südafrika gefangen genommene Menschen als Sklaven nach Brasilien. Auch in die Region um Iporanga wurden „afrikanische Sklaven“ gebracht, um im Fluss „Iguape do Ribeira“ nach Gold zu suchen. Auf der Flucht vor ihren Sklavenherren flohen die Menschen in die wilden Urwälder der Gegend, wo sie bis heute leben. In kleinen Dörfern mit maximal 20 Familien, die Häuser meist weit verstreut, ohne Infrastruktur und sanitäre Anlagen leben sie in den Dörfern, die „Quilombos“ (= freie Orte) genannt werden. Die Familien versorgen sich selbst. Doch da sie keine Besitzurkunde über das Land haben, auf dem sie leben, kommt es immer wieder zu Vertreibung durch den Staat, der das teilweise fruchtbare Land für andere Zwecke wie Rinderzucht oder Straßenbau benötigt.